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Orts- und Flurnamen
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von Kiel ausgehend an der Eider entlang südwärts | |
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weiter zwischen Bornhöved und dem großen Plöner See | |
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folgte dann der Trave bis nach Bad Oldesloe | |
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und knickte schließlich nach Süden an die Elbe ab. |
Von
einer befestigten Grenze nach römischem Vorbild hatte dieser „limes“
jedoch nur den Namen. Er wurde von der Elbe bis nach Kiel durch den riesigen
Urwald „Isarnho“ gebildet, ein Niemandsland, welches nicht betreten
(besiedelt) werden durfte. Ein Relikt dieser Grenze sind der Sachsenwald und
die Waldgebiete am Bungsberg. Noch im 17. Jahrhundert war auch der heutige
Kreis Plön sehr waldreich. Nach alten Buchführungen des Gutes Rantzau,
zwischen Plön und Lütjenburg an der Kossau gelegen, wurden um diese Zeit
noch jährlich 4000 Schweine in den umliegenden Wäldern nur mit Eicheln und
Bucheckern gemästet. Helmold berichtete auch von der früheren Besiedlung
dieses Waldes, denn zahlreiche alte Besiedlungsspuren, wie etwa Mühlendämme,
wären zu seiner Zeit noch erkennbar gewesen.
Das
slawische Gebiet im Osten des Limes (eigentlich aber erst östlich des
Bungsberggebietes) war zu dieser Zeit größtenteils kultiviert und waldlos.
Lediglich bei Putlos gab es noch bedeutenden Wald, wie Helmold beschrieb. Bei
Putlos lag auch das bedeutendste slawische Heiligtum des Gottes Prove, ein umzäunter
Eichenhain. Vicelin, der Apostel der Slawen, ließ es auf dem Rückweg von
einem Festmahl beim Oldenburger Slawenfürsten zerstören. Ein „netter“ Dank für die Einladung.
Die
großen Wanderbewegungen waren durch Karl eingedämmt. Das weite Grenzgebiet
trennte die Germanen und Slawen noch 300 Jahre, bis Ostholstein im 12.
Jahrhundert wieder deutsch besiedelt wurde.
Während
der ersten Phase der Besiedlung ab etwa 1130 n. Chr. unter Adolf v.
Schauenburg kamen die deutschen Siedler bis nach Plön, Eutin und Süsel (bei
Neustadt i.H.). Der Raum um Lütjenburg und Oldenburg war noch ausdrücklich
slawisches Rückzugsgebiet.
Nachdem
dieses Gebiet durch Überfälle mecklenburgischer Slawen mit Verwüstungen bis
nach Hamburg keine Ruhe fand, führte Heinrich von Badwide, der „interims-Graf“
von Holstein und Günstling der Welfenherzöge, einen Winterfeldzug gegen das
Slawengebiet Lütjenburg-Oldenburg und verheerte das Land. Nun wurde auch
diese Region deutsch besiedelt. Um eventuelle Aufstände der slawischen Bevölkerung
zu verhindern, setzten die alsbald zurückgekehrten Schauenburger Grafen „Lokatoren“
in dieses Gebiet. Diese organisierten die Besiedlung und erbauten sich kleine
Befestigungen
(Turmhügelburgen). Die slawische Bevölkerung wurde den neuen Herren
zinspflichtig. Die Lokatorenfamilien, die zum Teil auch dem slawischen Adel
entstammten, bildeten den Grundstock des entstehenden nordelbischen Adels.
Nach den anfänglichen schweren Militärschlägen gegen das slawische Rückzugsgebiet
Lütjenburg –
Oldenburg –
muss man sich die Besiedlung als mehr oder weniger
friedliches Miteinander, teilweise als Vermischung vorstellen. Eine totale
Vertreibung oder Vernichtung der Slawen in Ostholstein hat nicht statt
gefunden.
Die
deutschen Siedler kamen wohl aus Holstein, aber auch aus dem südelbischen
Herzogtum Sachsen, hier vor allem aus Westfalen, der Heimat der Schauenburger.
Zur Urbarmachung der großen Sumpfgebiete warb man außerdem erfahrene
Wasserbauer bei den (sächsischen) Flamen (Holland/Belgien) und den Friesen
an. In geringerer Anzahl kamen Siedler auch aus Hessen. Familiennamen wie
Westphal, Haß, Hess (Hesse), Freese (Friese), Saß (Sachse) oder Flemming
(Flame) weisen heute noch auf die ursprüngliche Herkunft dieser Familien, zum
Beispiel Wendt (Wende) deutet auf eine slawische Wurzel.
Auch
die mit der Besiedlung belehnten Adligen (Lokatoren) kamen neben (Kern)-Holstein
aus Engern, Westfalen, Lippe oder Ostfalen und Sachsen-Anhalt. Doch nicht nur
deutsche, auch einheimische slawische Adlige wurden als Lokatoren eingesetzt,
zum Beispiel die Familien v. Quaals und Pogwisch, ein Beleg für die
Vermischungstheorie. Auch die späteren Mecklenburger Herzöge waren Slawen,
sie regierten noch bis zum Ende des letzten deutschen Kaiserreichs 1918.
Aus
diesem Gemisch bildete sich eine neue niederdeutsche Sprache, das
holsteinische Platt. In der Hansezeit wurde Platt die Kaufmannsprache, die im
gesamten Nord- und Ostseeraum in den Handelszentren gesprochen wurde. Das
Platt ist demnach das eigentliche „sächsisch“, mit einer starken
Verwandtschaft nach England, Holland und Dänemark. Mit Platt konnte man sich
noch bis zur Sprachreform der Gebrüder Grimm im 19. Jhdt. (die vorhergehende
Reform durch Luther war nicht so einschneidend) in diesen Ländern problemlos
verständigen, sagte mir ein holländischer Linguistik-Professor aus Leyden
nach einem Vortrag.
Weiterhin
deuten die zahlreichen übernommenen slawischen Orts-, Gewässer und Flurnamen
auf eine Vermischung der Bevölkerung hin. Als germanisches Relikt aus der
Zeit vor der Völkerwanderung stammt eigentlich nur noch der Name der großen
Halbinsel Wagrien (germ. = Wagwariosz – Meeranwohner), die Obodriten übernahmen
diesen Namen und nannten sich selbst Wagrier, im Gegensatz zu den Pomoranen (slawisch = Meeranwohner)
–
Pommern.
Von
den bis in das Jahr 1500 n. Chr. erwähnten Orten sind ein Viertel der Namen
slawischen Ursprungs, die Hälfte hat deutsche Namen, und der Rest setzt sich
aus Mischformen zusammen. Auch noch nach 1500 wählte man für Neusiedlungen
in sechs Prozent der Fälle slawische Flurnamen.
Slawen
und Deutsche siedelten anfangs selten am gleichen Ort. Es entstanden sehr häufig
„Zwillingsdörfer“ mit dem gleichen Namen, unterschieden durch den Zusatz
„dudeschen – deutsch“ und „wendisch“, oder „Groß- und Klein-“.
Diese Trennung hat sich bis heute in zahlreichen Beispielen erhalten, so z.B.:
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Gut Rantzau (slawisch) und Dorf Rantzau (deutsch) | |
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Nüchel und Kirchnüchel | |
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Alt-Harmhorst und Neu-Harmhorst | |
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Klein-Schlamin und Groß-Schlamin |
Ab 1350 n. Chr. trat eine
drastische Klimaveränderung ein. Im Winter erfroren die Schafe auf dem Feld.
Ergiebige Regenfälle im Sommer und Herbst ließen die Ernten verrotten. Dann
wiederum anhaltende Dürren ohne eine Tropfen Regen von April bis Oktober. (El
Niño im Mittelalter?) Auf Missernten folgten Hungersnöte und immer wieder
die Pest. Diese Phase des Niedergangs sollte im gesamten Ostseeraum 150 Jahre
andauern.
Im Jahre 1500 n. Chr. war die Bevölkerung
in Ostholstein auf ein Drittel geschrumpft, 65 Ortschaften und hunderte Höfe
liegen allein im heutigen Kreis Plön wüst. Einige junge Städte wie z.B.
Grube bei Dahme im Kreis Ostholstein verloren ihr Stadtrecht. Die Bevölkerung
Lütjenburgs war so dezimiert, dass die Stadt aufgegeben und bei Hohwacht neu
erbaut werden sollte. Obwohl es dazu nicht kam, gab der dänische König und
holsteinische Herzog Christian IV. aus dem Hause Oldenburg die Stadt als
Erbbesitz an die Rantzaus auf Neuhaus. Diese bauten Lütjenburg wieder auf,
das „Färberhaus“ (Maack´sches Vollhaus) ist das verbliebene Zeichen
aus dieser Zeit. In Lütjenburg ist diese Phase mit dem „beschnittenen“
Stadtrecht noch immer ein Ärgernis. Ohne die Rantzaus hätte sich die Stadt
aber höchstwahrscheinlich nicht mehr erholt.
Wegen fehlender Neusiedler
gliederten die Lokatorenfamilien die wüst liegenden Ortschaften und Höfe in
ihre Bewirtschaftung ein, die großen Gutsbezirke entstanden. Diese
Besiedlungsform mit großen Gutsanlagen und Pächter- und Arbeiterdörfern ist
bis heute vorherrschend. Allein die Probstei als Besitz des Preetzer Klosters
und das Dorf Kaköhl als Besitz des Lübecker Domkapitels behielten ihren
„freien“ Status.
Um diese „Anmaßung“ verstehen
zu können, muss man sich vor Augen halten, dass die Lokatorenfamilien
Ostholstein nach der Eroberung von den Slawen als ihren rechtmäßigen Besitz
ansahen. Die Siedler bekamen demnach ihre Höfe von den Lokatoren als
„Lehen“ – auch wenn sie anfangs praktisch abgabenfrei waren – so wie die
Lokatoren ihre Güter ursprünglich als Lehen vom Holsteinischen Grafen
bekamen.
Als der dänische König und
holsteinische Herzog Christian IV. den Landadligen 1542 eine eigenständige
Rechtsprechung auf ihrem Land versicherte, gerieten die Bauern jedoch in eine
vollkommene Abhängigkeit von ihren Landherren. Die Hofabgaben und die
Dienstbarkeiten wurden stark erhöht, die Landbevölkerung an ihren Wohnsitz
gefesselt. Die weitere Folge war das „Bauernlegen“, die Enteignung und
Eingliederung der letzten freien Bauernhöfe in die adligen Güter. Hatte das
Gut Helmstorf bei Lütjenburg 1623 noch ungefähr dreißig Höfe, waren diese
1715 komplett verschwunden, deren Land wurde in das Gut eingegliedert.
Erst mit dem Gedankengut der französischen
Revolution erfolgte – neben klar wirtschaftlichen
Überlegungen – bei den
Grundherren ein gedankliches Umschwenken. Das Wirtschaften mit Abhängigen
wurde mehr und mehr als unproduktiv erkannt. Die Einstellung der abhängigen
Landbevölkerung findet ihren Ausdruck in folgendem Vers:
Verfällt mein Haus, verreckt mein
Vieh,
ja, lässt mein Herr mich gar krepieren,
so wird nur er dabei verlieren.
Wer nichts besitzt, verlieret nie!
Der erste, der aus diesem Verfall
Schlüsse zog, war 1798 Hans v. Rantzau auf Ascheberg. Er teilte die Fläche
seines Gutes auf, und schaffte daraus ungefähr 60 Pächterstellen. Die Pacht
wurde so bemessen, dass ein guter Teil des erwirtschafteten Mehrgewinns dem
wirtschaftenden Pächter in die Tasche floss. Auf diese Weise stieg der Gewinn
des Gutes Ascheberg durch den Produktivitätszuwachs innerhalb kurzer Zeit um
das Vierfache. Dieses Beispiel machte schnell Schule. Zahlreiche neue Pächterhöfe
entstanden, und es kamen auch wieder Neusiedler in das Land. Zu erkennen sind
diese Höfe heute noch an den Namensinitialen der Grundherren im Giebel.
Natürlich blieb das Land
weiterhin im Eigentum des Grundherren. Noch 1928 wurde am Reichsgerichtshof in
letzter Instanz eine Klage der Pächter auf einen Eigentumsanspruch
abgewiesen. Erst in den dreißiger Jahren (!) des 20. Jahrhunderts erhielt die
Masse der Pächter das von ihnen bewirtschaftete Land als Eigentum und war
somit endgültig „frei“.
Durch die Bauernbefreiung Ende des
18. Jahrhunderts und die große Anzahl Neusiedler nach dem zweiten Weltkrieg
hat sich schließlich die ländliche Besiedlung zum heutigen Bild gewandelt.
Im Folgenden bezeichnen die
Jahreszahlen jeweils das Datum der ersten Nennung einer Siedlung. Ein Kreuz
(+) deutet auf eine Wüstung oder ein niedergelegtes Dorf. Zum Teil wird bei
der ersten Erwähnung auf eine bestimmte Person gleichen Familiennamens
verwiesen.
Folgende Abkürzungen finden
Verwendung:
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mnd.
mittel-niederdeutsch | |
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sl.
slawisch |
1264–1289
„Marquardus clericus dictus
Bowerstorpe“
Dorf und Burg
mnd. dat boberste Dorp – oberstes
Dorf
1433 Bernstorpe
Dorf
des Bernhard/Bernd
mnd. bero – Bär – Held/Krieger
hard – hart/kühn
1433
Bellin
heller, glänzender Ort,
sl. für „am Wasser gelegen“
1264–89
Flor de Benfelde
Siedlung am Feld mit Pfeifengras
1259
Blegkendorpe
mnd. blickendes, glänzendes Dorf
1433
Brammervitze
Dorf am Brammersee (bei Darry)
mnd. Brammer – Brombeere
sl. brama – Tor
1197
Bunentorp
heute Flurname Bodendiek (Bondiek), wurde bei Lütjenburgs Stadtgründung
1275 eingemeindet
Dorf des Buno
sl. buniti – lärmen, brüllen,
aufrühren
1433
Cyppin
bei Rantzau
sl. Schüttung, Damm, Wall oder Schüttkorn.
Schüttkorn war eine Abgabe, die slawische Bauern vor der Gewährung des
deutschen Huferechts zu leisten hatten.
1286
Donowe
Siedlung des Dan
1345
Dargarden
sl. sumpfige Niederung, lässt vielleicht ebenfalls auf die Lage des alten
Dorfes am Brammer See schließen
+ Dasdorf
1214
Dartisdorp
heute Waldname bei Waterneverstorf (Dasdorfer See, Dasdorfer Holz)
Dorf des Darit
1361
Deventze
bei Klamp, nach 1719 niedergelegt
Leute des Devant,
sl. devat – neun
1264-1289
sl. drang – Stange, Pfahl
lässt auf Pfahlbauten schließen
1649
Eggersdorf
zwischen Lütjenburg und Vogelsdorf
mnd. Ekkehardsdorf – Eckehart – kühner Schwertführer
1268
Emekenthorpe
Dorf des Imeko
1417
Engelowe
Aue der Engel, oder Stammesbezeichnung Aue der Angeln (Stammesgebiet liegt
heute nördlich Eckernförde)
1228
Vlemingedorf
mnd. Dorf der Flamen (Niederländer)
1434
Vresendorpe
mnd. Dorf der Friesen, niedergelegt
und erst 1950/51 durch die Aufsiedlung des Gutes Klamp neu erstanden
1242
Godendorp
Familie de Godendorp – Es finden sich Gerichtsakten über die Erschlagung
des Timmo de Godendorp mitsamt Gefolge durch Reinhold (von Rendsburg). Danach
musste dieser für Timmo 105 Mark an Wergeld an die Familie als Entschädigung
zahlen, für jeden aus seinem Gefolge weitere 60 Mark. Dies weist als frühes
Zeugnis erstmals nördlich der Elbe auf den rechtlich erhabenen Stand eines
Adligen hin. Die Unterschiede in den Wergeldzahlungen waren im
(niedersächsischen) Herzogtum Sachsen bereits viel höher. Timmo entstammt höchstwahrscheinlich dem alten holsteinischen
Overbodengeschlecht.
1320
Gherwitze
bei Stöfs, Dorf des Jar
1259
Gikowe
sl. Rodung, Nicolaus de Giekowe baut die alte Burg vor Neuhaus
1433
Gleskendorpe
Ort des Glatzkopfes
1435
Gowense
sl. Mist-Dorf, Hinweis auf großen
Viehbestand
1433
Hartmersdorpe
mnd. Hartmar – berühmter Kühner,
Ende des 17. Jhdts. niedergelegt für den Neubau des Meierhofes Gottesgabe des
Gutes Neuhaus
1228
Hertesberge
mnd. durch Lautverschiebung zu Hassberg, eigentlich müsste es Hirschberg
heißen
vgl. Hertzberg im Harz, Hirschberg in Schlesien
1275
Gotsalcus de Helmerickesdhorpe
Dorf des Helmrik
mnd. Helm – Zauberhelm, Tarnkappe
-rik – mächtig, gewaltig, reich
Auf Antrag der Ritter von Helmstorf erfolgte die Lütjenburger Stadtgründung
1280
Hussekendorpe
Dorf des Husiko – Krieger, Jüngling
1264–89
Emeco de Hogenvelde
mnd. hochgelegenes Feld
im Gegensatz zum
1433
De Syde Hogheulet
unteres, niederes Hohenfelde
1557
Hohenwacht
der Name erklärt sich selbst
Vor Alt-Hohwacht lag die schiffbare Rinne, an der vornehmlich das Gut Neudorf
sein Getreide verschiffte
1286
Johanni de Horn
Häusergruppe bei Kühren
Horn – vorspringendes Landstück
1287
Kukole
sl. hoch, zwischen den Bergen gelegenes Dorf
1433
Kempze
sl. Erhebung im Flachwasser
das Gelände ist vor der Behrendsdorfer Eindeichung wohl regelmäßig „abgesoffen“. Die umgebenden flachen Wiesen nach Behrensdorf heißen noch heute „Dreckswiesen“.
1564
tom Klampe
entweder sl. Verbindungssteg
oder mnd. Klotz, Holzstück
1253
Tetleus de Cletkamp
Vorratsspeicher im eingefriedeten Land
Bedeutende Wasserburg an der Straße Lütjenburg–Neustadt i.H. Seit 600 Jahren
im Besitz der v. Brockdorff-Ahlefeld.
1404
to der Koden
sl. am Übergang (über die Mühlenau)
1286
Crumbeke
Ort an der Bachkrümmung
1433
Kuren
entweder sl. von Staub, Sand
oder mnd. von Hahn
1240
Lubodne
sl. Schwanenort
1580
Lammerßhagen
Hagen des Lambert
1510
in villis Wigendorpe
et de Lippe
Lippe – Zipfel, vorragende Landzunge
Wigendorf ist einer Sturmflut zum Opfer gefallen
sl. grimmig,
streng, unwegsam, steil
ursprünglich gedeutet als Alt-Lübeck (aber Lubice = lieblich)
sl. Vorgängersiedlung von Lütjenburg
1133 erwähnt der dänische Historiker Saxo Grammaticus
die Schlacht bei Luitcha (Slawen gegen anlandende Dänenflotte, der Angriff
wurde abgeschlagen).
Im Wald „Alte Burg“ zeugen alte Wallanlagen und ein großes Hügelgräberfeld
von der alten Siedlung.
L. wurde wahrscheinlich unter Heinrich v. Badwide 1138/38 vollkommen zerstört. Nachdem dann die Stadt durch die dänische Vormachtstellung auf der Ostsee ihre Bedeutung als slawischer Seehafen verlor, entstand sie wahrscheinlich auf dem Gebiet des heutigen Lütjenburg als slawische Bauernsiedlung neu.
1436
Luttelinburch
mnd. kleine Burg, Eindeutschung
von Luitcha (sprich: Lütcha)
Bei Helmold v. Bosau und Adam v. Bremen wird Luitcha bereits vor dem
Kirchenbau von 1156 als slawische Stadt und bedeutende Festung erwähnt.
Die heutige Kirche hatte zwei Vorläuferbauten aus Holz, die zerstört wurden,
sie lagen wahrscheinlich auf dem Gebiet des alten Luitcha.
Zusammen mit Oldenburg war L. während der ersten Welle deutscher Besiedlung
Ostholsteins das letzte slawische Rückzugsgebiet.
1275 deutsche Stadtgründung nach lübschem Recht durch Gerhard v.
Schauenburg, Graf v. Holstein, auf Initiative der Helmstorfer
Ritter.
1213 Matzwiz
Dorf des Mac, sprich: Madsch
1433 Nyematzevisse
1433 Bonessendorf
Dorf des Bones, sprich: Bonnesch
1433
tom Nyedorp
neues Dorf, schließt auf eine Vorgängersiedlung. Bei Schmiedendorf? Oder
das alte Luitcha?
1510
tom Nyenhuse
s. o.
hierhin wurde 1480 unter Hans v. Rantzau die alte Burg (mnd.
„dat ole huuß“) verlegt. Der aus dieser Zeit erhaltene, massige
Backsteinturm ist noch heute erhalten und in das Herrenhaus eingegliedert.
Die alte Burg der de Giekowe lag an der Einfahrt nach Neuhaus an der Straße
Seekrug–Giekau.
Der Wallgraben ist heute noch gut sichtbar.
1433
Pankuren
sl. Ort des Pachor, sprich: Pankor
+
Plessewitz
1250
Henricus de Plizzewiz
heute Waldname Plötzenberg bei Panker
entweder kahle Stelle, Glatze oder Bergsee, Flußlauf
vor 1139 Plune
sl. Plune war die ehemalige Burg im Plöner See auf der Insel, die man
heute Ohlsborg nennt. Nach der
Zerstörung der slawischen Burg, welche das Stammesaufgebot der Holsaten im
Jahre 1139 ohne ihren Grafen einnahmen (geführt wurden sie von ihrem
Overboden), ließ Adolf v. Schauenburg die Ohlsburg/Alfsburg (Alfsburg=Adolfs
Burg) an Stelle der slawischen Anlage neu befestigen, bevor er auf dem
Bischofsberg, heute Burgberg, an der Lage des heutigen Schlosses neu bauen ließ.
Dort florierte bereits der neue Plöner Markt, gelegen am Schwentinedurchfluss.
Der heutige Durchfluss der Schwentine bei Spitzenort in den Kleinen Plöner
See ist viel jünger.
Am Edeberg (Medeberg) bei Fegetasche existierte ein bedeutendes slawisches Heiligtum.
1226
Rantzau
sl. Ort des Ranis
nach diesem Ort benannte sich die Familie zu Rantzau, die ursprünglich
von der Saale stammte. Früher unterteilt in dudeschen Ranzowe – deutsch
Rantzau (das heutige Dorf) und wendisch Ranzowe (das heutige Gut). Bedeutende
Befestigung der wichtigen Straße Plön–Lütjenburg durch die Wasserburg.
Vorher (oder zeitgleich) durch die Burg Neuschlag bei Schönweide, nach
Oldenburg die stärkste Burganlage in Ostholstein. Neuschlag scheint nach
heutigen Erkenntnissen keine deutsche Anlage zu sein. So starke Burgen kennen
wir in dieser Zeit nur aus Dänemark. Wahrscheinlich wurde sie als dänische
Landesfestung errichtet, bis Plön diese Rolle übernahm.
1280
de Ratlouwe
Ort des Ratel
Die Familie v. Rathlau gründete später auch Futterkamp
1433
Rugherod
bei Futterkamp
zur rauhen Rodung
1433
Sattekendorpe
Dorf des Sadk – Obstgarten
1417
Schalekendorp
bei Schmoel, heute Flurname
„Schallickenkoppeln“
Dorf des Schalk – Knecht, Diener
1331
Scheruestorpe
nordwestl. von Hohenfelde, heute Flurname „auf den Höfen“ im Gebiet
von Hohenfelde-Siedlung
sl. von betrüben, grämen, trauern
+ Schlichtenberg
1376 her Volrat van Plone (er war der
Burgvogt des Grafen) und Johan Slichtenberch, sin broder
sehr gut erforschter Burgplatz in der Binnensee-Niederung bei Futterkamp
Die Schlichtenbergs entstammen, wie die Gadendorfer, den holsteinischen
Overboden
1222
Marquardus de Smedinkendorpe
Dorf des/der Schmiede
1433
Smole
sl. qualmender Torf
1449
Schoneweyde
schöne Weide, zur Festung Neuschlag s. Rantzau
1216
Suarzepoc
zwischen der Krümmung, Windung
1390
Fritz de Zeggendorpe
Dorf des Siggo, sl. von siegen
1367
Selendorpe
Dorf der Seiler
1197
Selente
von sl. wünschen
1433
Stoutze
Ort am Staudamm, Deich – deutet wohl auf die Quellen am Gutshof
1433
Stresowe
Dorf des Strez, sprich: Streesch, sl. für Bewacher
heute Waldname „Strezerberg“
1300
Todendorpe
Dorf des Todo, ehemaliges Gut, 1961 niedergelegt für den Bundeswehr-Schießplatz
1433
Voghestorpe
Dorf des Fagher (sich freuen)
1320
Wokendorpe
Dorf des Volkes
nw. Lütjenburg zwischen dem Strezer Berg und Giekau
1437
Neuerstorpe
sl. Never – ungläubig
Anhang Water- zur Unterscheidung mit den anderen Neverstorfs.
1433
Hoghenwentorf
hoch gelegenes Dorf der Wenden (slawische Wagrier – siehe Wendland um Lüchow)
1433
Weterot
mnd. Weizenrodung
1367
Wyghendorp
Dorf des Wigo (Kämpfer)
bei Futterkamp