Ostholstein damals
Gästebuch ] [ Ostholstein damals ] Familienforschung ] Impressum/Kontakt ] Segelfliegen ] Links ]

 

Home
Mittelalter

mein sponsor  

Orts- und Flurnamen
im Bereich
Lütjenburg und Umgebung

Kleine namensgebende Landes- und Siedlungsgeschichte
zusammengetragen von Alexander Krücke Email. Diese Seite liegt übrigens auch immer noch auf der Homepage der Stadt Lütjenburg. Nur, dass ich sie hier immer etwas aktuell halten und erweitern kann.

 

Geschichtlicher Hintergrund

  I.       Die Cimbrische Halbinsel

 II.       Die Sachsen und die Slawen

III.       Die deutsche Besiedlung Ostholsteins 

IV.       Ortsnamen-Deutung

 

I. Die Cimbrische Halbinsel

Diese Zusammenfassung startet mit der ersten historischen Erwähnung. Indirekt finden wir diese beim römischen Historiker Tacitus (55 n. Chr. bis 100 n. Chr.) in seiner Germania. Er war damit namensgebend für die von Schleswig-Holstein/Jütland gebildete Halbinsel – die Cimbrische Halbinsel.

Tacitus beschrieb die Wanderung der germanischen Stämme der Cimbern, Teutonen und Ambronen, die ab 105 v. Chr. aus dem Norden – aus Cimbria – einwanderten und neues Siedlungsland erbaten. Ihr Treck umfasste nach Tacitus zwei Millionen Menschen, darunter 300.000 waffenfähige Männer. Na ja, bei der Geschichtsschreibung über besiegte Völker wurde deren Zahl auch gerne verzehnfacht, um die eigene Heldenhaftigkeit herauszustellen. In Amerika macht man das heute noch so.

Ein „schreckliches Naturvolk, vollkommen unzivilisiert und von archaischer Kraft. Sie kämpfen brüllend und mit freiem Oberkörper. Blond, riesig und furchteinflößend sind sie. Hinter den Männern gehen die Frauen und verwehren flüchtenden Kriegern mit Waffengewalt den Rückzug. Die Bedrohung ist gefährlicher als durch die Punier und Parther.

Die durchschnittliche Größe eines römischen Legionärs betrug damals etwa 155 Zentimeter. Die Germanen überragten sie im Schnitt um einen Kopf. Wahre „Riesen“.

Der Einfall brachte das römische Reich an den Rand des Untergangs. In zwei großen Schlachten wurden die römische Armeen durch die anwallenden Massen förmlich überrannt und vernichtet. Doch die Furcht vor den Leuten aus dem Norden sollte nicht ewig dauern.

In einer dritten Schlacht, 102 v. Chr. bei Aqua Sextiae (Aix en Provence) gelang es dem Konsul Marius, die Fassung seiner Legionäre zu wahren – nun spielten die kampferprobten Legionen ihre Vorteile in Taktik, Bewaffnung und Disziplin aus. Der Heerzug der Teutonen wurde vernichtend geschlagen. Ein Jahr später schlug Marius die Cimbern und Ambronen in Norditalien. Die größte Bedrohung seit dem Galliereinfall fast 300 Jahre zuvor war abgewendet. Marius wurde aus Dankbarkeit als Neugründer Roms geehrt.

Der Zug der Cimbern, Teutonen und Ambronen war das erste sichtbare Anzeichen der beginnenden Völkerwanderung. Viele weitere Stämme sollten, durch eine unerklärliche Kraft aus dem Osten und dem Norden getrieben, folgen.

 

1jah.jpg (148801 Byte) 

Bild 1: Die germanischen Stämme im 1. Jahrhundert n. Chr. 

[Seitenanfang] 

II. Die Sachsen und die Slawen

Die vom Fehmarnsund landeinwärts bis hinter die ostholsteinische Seenplatte reichende Halbinsel wird „Wagrien“ genannt. Der Name ist germanischen (wahrscheinlich dänischen) Ursprungs und bedeutet „Meeranwohner“ (von Wagwariosz). Bemerkenswert, dass auch die Wikinger vor allem im Osten „Waräger“ genannt wurden.

Die Sachsen waren der letzte germanische Stamm, der im Zuge der Völkerwanderung in unserer Region eintraf.
Etwa ab dem fünften Jahrhundert n. Chr. wanderten auch sie weitgehendst südwärts ab. Dort siedelten sie in Westfalen, Engern und Ostfalen. Ihr Siedlungsgebiet dehnt sich nach Südwesten bis an das Siegerland, im Osten an die Elbe bis nach Magdeburg und im Südosten bis nach Thüringen aus. Das wohl erste literarische Zeugnis ihres Auftretens findet man im Nibelungenlied, als sie auf die Burgunder treffen. Die sächsischen Stämme der Holsaten, Dithmarscher und Stormarn jedoch blieben bis in die heutige Zeit nördlich der Elbe.

Um 450 n. Chr. werden Sachsen und Angeln von britischen Kelten um militärische Unterstützung gegen die Schotten gerufen. Auf Britannien herrschte seit Abzug der Römer 50 Jahre zuvor ein Machtvakuum. Im Anschluss folgte eine große Wanderbewegung von Sachsen und Angeln nach Britannien. Die Artussage berichtet von der anschließenden Eroberung Britanniens durch Sachsen und Angeln. Die Grafschaften in Südengland haben bis heute die alten Namen bewahrt (Wessex, Essex, Sussex). Kent wurde von Jüten erobert. Der weitaus größere Teil aber von den Angeln, nämlich East-Anglia, Mercia und Northumberland.

Auf dem Festland prallten die wandernden Sachsen im Süden nun auf das erstarkende Frankenreich, das wiederum nach Norden drängte. Die Franken benannten dieses Volk nach deren Hauptwaffe, dem Kurzschwert (= sax), „Sachsen“. Sie selber führen die (Bart-)Wurfaxt (= francisca) und wurden bereits von den Römern „Franken“ genannt. Der Stammesverbund der Franken entstand aus einem Zusammenschluss der Stämme der Usipeter, Tenkterer, Sugambrer und Brukterer.

 

sachsen.jpg (144841 Byte)

Bild 2: Siedlungsgebiet der Sachsen

Nach lange schwelenden Konflikten besiegte der Franke Karl der Große die südelbischen Sachsen 786 bei Verden. Um die überlebenden Sachsen kontrollieren zu können, mussten sie sich taufen lassen. Die Kirche war Karls größte Verwaltungsmacht. Trotzdem erschien es Karl unmöglich, dieses Gebiet von Süddeutschland aus dauerhaft zu befrieden. Das Sachsengebiet an der Elbe sollte entvölkert werden. Tausende siedelte Karl in das fränkische Kerngebiet um. Über viertausend (einige Quellen sprechen vom Zehnfachen), die sich weigerten, ließ Karl in Verden köpfen. Mit der Taufe von Herzog Wittekind waren die südelbischen Sachsen „befriedet“.

Das nächste Treffen Karls galt 12 Jahre später den nordelbischen Sachsen. Er verbündete sich mit den slawischen Obodriten und Polaben im heutigen östlichen Schleswig-Holstein. Auf dem Sventanafeld (= heiliges Feld, im Quellgebiet der Schwentine) bei Bornhöved kam es 798 n. Chr. zur Schlacht. Unter einem fränkischen Feldherrn schlugen die Slawen die Aufgebote der Holsaten, Stormarn und Dithmarscher. Um 804 n. Chr. waren auch die nordelbischen Sachsen durch Karl „befriedet“.

Doch wer waren die Slawen? Als erster hat Adam von Bremen um 1057 – etwa hundert Jahre später der Priester Helmold von Bosau in seiner berühmten Slawenchronik – die Stammesstrukturen im Ostseeraum beschrieben. Die mittelalterliche Geschichtsschreibung nannte sie „slavi“ = Heiden. Hier ist anzumerken, dass die nordelbischen Sachsen eigentlich genauso „slavi“ waren, nämlich Heiden. Zur Zeit der Schlacht von 798 besuchten die slawischen Fürsten dagegen schon regelmäßig die deutschen Reichstage.

In den Anblick der europäischen Geschichte sind sie freilich schon früher gerückt. Ihre Urheimat liegt in den Pripet-Sümpfen, westlich des heutigen Kiew. Ihr Name leitet sich keineswegs von "slavi"=Sklave her, sondern vielmehr von "Slovo"= das Wort. In den ersten Jahrhunderten ist ihre Geschichte eng verknüpft mit der der Germanen (vor allem der Goten), Hunnen, Alanen und Turkvölkern. Ab ca. 600 n. Chr. siedeln sie sich in den verlassenen Gebieten östlich der Elbe an. Geschichtlich greifbar werden sie in Deutschland erst in der Karolingerzeit.

Obgleich Helmolds Beschreibung noch ganz im Zeichen des beschränkten mittelalterlichen Weltbildes stand, nannte er zahlreiche Stämme mit ihren Siedlungsgebieten, so die Obodriten, Polaben, Pomoranen und viele mehr als „heidnische“ Stämme. Von den Polen wusste er, dass sie bereits Christen waren. Ebenso die Russen. Er beschreibt die Christianisierung der Russen nach oströmischem, orthodoxen Vorbild. Heute streitet sich die Wissenschaft aber immer noch, ob diese Stämme wirklich nach heutiger Auffassung slawisch waren oder nicht vielmehr germanisch. Es besteht die Möglichkeit, dass diese Stämme in der späteren Geschichtsschreibung slawisiert wurden. Trotzdem eine, meiner Ansicht nach, recht unsinnige "nationale" Diskussion, hält man sich vor Augen, welche verschiedenen Gruppen in der Wanderungszeit in die jeweiligen Stämme assimiliert wurden.

Die Ostsee nannte Helmold das „Skythische Meer“. Die Skythen waren aber ein kleinasiatisches Volk. Damals wurde angenommen, dass die Ostsee eine direkte Wasserverbindung zum Schwarzen Meer hatte. Vermutlich hatte Helmold wohl von den Handelswegen der Wikinger gehört, die das schwarze Meer mit ihren Langschiffen über die russischen Flüsse erreicht haben.

 obodriten.gif (44126 Byte)
Bild 3: Slawen in Ostholstein

Die Slawen vom Stamm der Obodriten (Alternative auch Abodriten) sind den abwandernden Sachsen nach Ostholstein gefolgt. Sie wanderten etwa ab dem achten Jahrhundert n. Chr. aus Mecklenburg in den Raum Lübeck ein und siedelten in der folgenden Zeit in ganz Ostholstein. Die Sachsen nannten sie „Wenden“ oder nach der ostholsteinischen Halbinsel „Wagerwenden“. Die Obodriten wählten Oldenburg als ihren Fürstensitz und erweiterten die Befestigungen erheblich. Die „Alte Burg“ in Oldenburg ist um 680 n. Chr. in ihrer Grundanlage noch von Sachsen errichtet worden, in der folgenden Zeit zur obodritischen Fürstenburg erweitert worden. Die Ausmaße der slawischen Festung sind noch heute sehr gut zu erkennen, und es lohnt immer ein Besuch im Wallmuseum. Die Anlage ist das bedeutendste Bauwerk dieser Zeit in Ostholstein. 

Als weitere Hauptburgen erwähnt Helmold Lubice (Alt-Lübeck) an der Schwartaumündung und Plune (Plön) im Plöner See (Insel Ohlsborg), sowie Liutcha (Vorläufer von Lütjenburg) am Großen Binnensee aus. Ein weiterer Slawenstamm, die Polaben (= Elbslawen), befestigte Ratzeburg zu ihrer Hauptburg. 

Auch südlich der Elbe wanderten slawische Völker ein. Sie besiedelten das Wendland (im heutigen Landkreis Lüchow-Dannenberg) und große Teile der Lüneburger Heide. Im Wendland wurde noch im 17. Jahrhundert eine slawisch-deutsche Mischsprache nachgewiesen. Weiter im Süden zogen sie über die Lausitz nach Sachsen und Thüringen, besetzten sogar große Gebiete Frankens. In Österreich siedelten sie in der Steiermark.

Nachdem die slawische Wanderung auch im Norden zum Stillstand kam, bildete sich ein obodritisches Königreich mit der Mecklenburg bei Wismar als Königssitz. Im mittleren Schleswig-Holstein trafen die Slawen auf die Stammesgebiete der nordelbischen Sachsen. Es kam zu ersten schweren Auseinandersetzungen um den Siedlungsraum.

Im Norden erstarkte ein neuer Gegner, die Dänen. Um 800 n. Chr. machte eine Wikingerflotte die slawische Handelsmetropole Reric bei Wismar dem Erdboden gleich. Damit schalteten sie den größten Konkurrenten für ihre neu gegründete Stadt Haithabu (heute noch im Ortsnamen Haddeby) an der Schlei aus. Für die nächsten zweihundert Jahre sollte Haithabu der bedeutendste Handelsplatz des Ostseeraumes bleiben.

 

haitha.jpg (60058 Byte)
Bild 5: Luftbild von Haithabu


Bild 6: Wikingermuseum

Zurück zu Karl und seinen Plänen nach der Schlacht bei Bornhöved:

Die Sachsen sollten nach niedersächsischem Vorbild deportiert werden, die Slawen erhielten so das gesamte nordelbische Gebiet zur Besiedlung. (Deportierte nordelbische Sachsen gründeten z.B. Elbingerode am Harz). Dieses Vorhaben wurde jedoch nicht völlig umgesetzt. Im Jahre 814 starb Karl, 816 n. Chr. kam es zum Bündnisbruch mit den Slawen. Der Fürst der Obodriten wurde in Starigard (sl., Oldenburg i.H.) gefangen genommen und vor den Aachener Reichstag gebracht. Die Pläne für das nordelbische Gebiet wurden geändert. Die Holsaten, Stormarn und Dithmarscher sollten nördlich der Elbe verbleiben dürfen, wenn sie sich weiter missionieren ließen.

Die Slawen behielten Wagrien und das Gebiet von Ratzeburg bis zur Elbe gegen eine Zinsabgabe. Damit waren sie in das Reich eingegliedert. Bereits Karl befahl die Errichtung des „limes saxoniae“, einer Grenzziehung zwischen den slawischen Obodriten und Polaben einerseits und den nordelbischen Sachsen andererseits. Als Reichsgrenze nach Norden legte er die Eider fest.

 

Nach dem Chronisten Helmold von Bosau verlief der Limes:

von Kiel ausgehend an der Eider entlang südwärts

weiter zwischen Bornhöved und dem großen Plöner See

 folgte dann der Trave bis nach Bad Oldesloe

und knickte schließlich nach Süden an die Elbe ab.

 

limes_sax.jpg (148221 Byte)
Bild 7: Verlauf des limes saxoniae

12jh.gif (28209 Byte)
Bild 8: Besiedlung 12. Jahrhundert

Von einer befestigten Grenze nach römischem Vorbild hatte dieser „limes“ jedoch nur den Namen. Er wurde von der Elbe bis nach Kiel durch den riesigen Urwald „Isarnho“ gebildet, ein Niemandsland, welches nicht betreten (besiedelt) werden durfte. Ein Relikt dieser Grenze sind der Sachsenwald und die Waldgebiete am Bungsberg. Noch im 17. Jahrhundert war auch der heutige Kreis Plön sehr waldreich. Nach alten Buchführungen des Gutes Rantzau, zwischen Plön und Lütjenburg an der Kossau gelegen, wurden um diese Zeit noch jährlich 4000 Schweine in den umliegenden Wäldern nur mit Eicheln und Bucheckern gemästet. Helmold berichtete auch von der früheren Besiedlung dieses Waldes, denn zahlreiche alte Besiedlungsspuren, wie etwa Mühlendämme, wären zu seiner Zeit noch erkennbar gewesen.

Das slawische Gebiet im Osten des Limes (eigentlich aber erst östlich des Bungsberggebietes) war zu dieser Zeit größtenteils kultiviert und waldlos. Lediglich bei Putlos gab es noch bedeutenden Wald, wie Helmold beschrieb. Bei Putlos lag auch das bedeutendste slawische Heiligtum des Gottes Prove, ein umzäunter Eichenhain. Vicelin, der Apostel der Slawen, ließ es auf dem Rückweg von einem Festmahl beim Oldenburger Slawenfürsten zerstören. Ein „netter“ Dank für die Einladung.

Die großen Wanderbewegungen waren durch Karl eingedämmt. Das weite Grenzgebiet trennte die Germanen und Slawen noch 300 Jahre, bis Ostholstein im 12. Jahrhundert wieder deutsch besiedelt wurde.  

[Seitenanfang] 

 

 

III. Die deutsche Besiedlung Ostholsteins

Während der ersten Phase der Besiedlung ab etwa 1130 n. Chr. unter Adolf v. Schauenburg kamen die deutschen Siedler bis nach Plön, Eutin und Süsel (bei Neustadt i.H.). Der Raum um Lütjenburg und Oldenburg war noch ausdrücklich slawisches Rückzugsgebiet.

Nachdem dieses Gebiet durch Überfälle mecklenburgischer Slawen mit Verwüstungen bis nach Hamburg keine Ruhe fand, führte Heinrich von Badwide, der „interims-Graf“ von Holstein und Günstling der Welfenherzöge, einen Winterfeldzug gegen das Slawengebiet Lütjenburg-Oldenburg und verheerte das Land. Nun wurde auch diese Region deutsch besiedelt. Um eventuelle Aufstände der slawischen Bevölkerung zu verhindern, setzten die alsbald zurückgekehrten Schauenburger Grafen „Lokatoren“ in dieses Gebiet. Diese organisierten die Besiedlung und erbauten sich kleine turm_02.jpg (36042 Byte)Befestigungen (Turmhügelburgen). Die slawische Bevölkerung wurde den neuen Herren zinspflichtig. Die Lokatorenfamilien, die zum Teil auch dem slawischen Adel entstammten, bildeten den Grundstock des entstehenden nordelbischen Adels. Nach den anfänglichen schweren Militärschlägen gegen das slawische Rückzugsgebiet Lütjenburg Oldenburg muss man sich die Besiedlung als mehr oder weniger friedliches Miteinander, teilweise als Vermischung vorstellen. Eine totale Vertreibung oder Vernichtung der Slawen in Ostholstein hat nicht statt gefunden.

Die deutschen Siedler kamen wohl aus Holstein, aber auch aus dem südelbischen Herzogtum Sachsen, hier vor allem aus Westfalen, der Heimat der Schauenburger. Zur Urbarmachung der großen Sumpfgebiete warb man außerdem erfahrene Wasserbauer bei den (sächsischen) Flamen (Holland/Belgien) und den Friesen an. In geringerer Anzahl kamen Siedler auch aus Hessen. Familiennamen wie Westphal, Haß, Hess (Hesse), Freese (Friese), Saß (Sachse) oder Flemming (Flame) weisen heute noch auf die ursprüngliche Herkunft dieser Familien, zum Beispiel Wendt (Wende) deutet auf eine slawische Wurzel.

Auch die mit der Besiedlung belehnten Adligen (Lokatoren) kamen neben (Kern)-Holstein aus Engern, Westfalen, Lippe oder Ostfalen und Sachsen-Anhalt. Doch nicht nur deutsche, auch einheimische slawische Adlige wurden als Lokatoren eingesetzt, zum Beispiel die Familien v. Quaals und Pogwisch, ein Beleg für die Vermischungstheorie. Auch die späteren Mecklenburger Herzöge waren Slawen, sie regierten noch bis zum Ende des letzten deutschen Kaiserreichs 1918.

Aus diesem Gemisch bildete sich eine neue niederdeutsche Sprache, das holsteinische Platt. In der Hansezeit wurde Platt die Kaufmannsprache, die im gesamten Nord- und Ostseeraum in den Handelszentren gesprochen wurde. Das Platt ist demnach das eigentliche „sächsisch“, mit einer starken Verwandtschaft nach England, Holland und Dänemark. Mit Platt konnte man sich noch bis zur Sprachreform der Gebrüder Grimm im 19. Jhdt. (die vorhergehende Reform durch Luther war nicht so einschneidend) in diesen Ländern problemlos verständigen, sagte mir ein holländischer Linguistik-Professor aus Leyden nach einem Vortrag.

Weiterhin deuten die zahlreichen übernommenen slawischen Orts-, Gewässer und Flurnamen auf eine Vermischung der Bevölkerung hin. Als germanisches Relikt aus der Zeit vor der Völkerwanderung stammt eigentlich nur noch der Name der großen Halbinsel Wagrien (germ. = Wagwariosz – Meeranwohner), die Obodriten übernahmen diesen Namen und nannten sich selbst Wagrier, im Gegensatz zu den Pomoranen (slawisch = Meeranwohner) Pommern. Interessant, dass auch die Wikinger in der Ukraine „Waräger“ genannt wurden.

Von den bis in das Jahr 1500 n. Chr. erwähnten Orten sind ein Viertel der Namen slawischen Ursprungs, die Hälfte hat deutsche Namen, und der Rest setzt sich aus Mischformen zusammen. Auch noch nach 1500 wählte man für Neusiedlungen in sechs Prozent der Fälle slawische Flurnamen.

Slawen und Deutsche siedelten anfangs selten am gleichen Ort. Es entstanden sehr häufig „Zwillingsdörfer“ mit dem gleichen Namen, unterschieden durch den Zusatz „dudeschen – deutsch“ und „wendisch“, oder „Groß- und Klein-“. Diese Trennung hat sich bis heute in zahlreichen Beispielen erhalten, so z.B.:

Gut Rantzau (slawisch) und Dorf Rantzau (deutsch)

Nüchel und Kirchnüchel

Alt-Harmhorst und Neu-Harmhorst

Klein-Schlamin und Groß-Schlamin

Ab 1350 n. Chr. trat eine drastische Klimaveränderung ein. Im Winter erfroren die Schafe auf dem Feld. Ergiebige Regenfälle im Sommer und Herbst ließen die Ernten verrotten. Dann wiederum anhaltende Dürren ohne eine Tropfen Regen von April bis Oktober. (El Niño im Mittelalter?) Auf Missernten folgten Hungersnöte und immer wieder die Pest. Diese Phase des Niedergangs sollte im gesamten Ostseeraum 150 Jahre andauern.

Im Jahre 1500 n. Chr. war die Bevölkerung in Ostholstein auf ein Drittel geschrumpft, 65 Ortschaften und hunderte Höfe liegen allein im heutigen Kreis Plön wüst. Einige junge Städte wie z.B. Grube bei Dahme im Kreis Ostholstein verloren ihr Stadtrecht. Die Bevölkerung Lütjenburgs war so dezimiert, dass die Stadt aufgegeben und bei Hohwacht neu erbaut werden sollte. Obwohl es dazu nicht kam, gab der dänische König und holsteinische Herzog Christian IV. aus dem Hause Oldenburg die Stadt als Erbbesitz an die Rantzaus auf Neuhaus. Diese bauten Lütjenburg wieder auf, das Färberhaus“ (Maack´sches Vollhaus) ist das verbliebene Zeichen aus dieser Zeit. In Lütjenburg ist diese Phase mit dem „beschnittenen“ Stadtrecht noch immer ein Ärgernis. Ohne die Rantzaus hätte sich die Stadt aber höchstwahrscheinlich nicht mehr erholt.

Wegen fehlender Neusiedler gliederten die Lokatorenfamilien die wüst liegenden Ortschaften und Höfe in ihre Bewirtschaftung ein, die großen Gutsbezirke entstanden. Diese Besiedlungsform mit großen Gutsanlagen und Pächter- und Arbeiterdörfern ist bis heute vorherrschend. Allein die Probstei als Besitz des Preetzer Klosters und das Dorf Kaköhl als Besitz des Lübecker Domkapitels behielten ihren „freien“ Status.

Um diese „Anmaßung“ verstehen zu können, muss man sich vor Augen halten, dass die Lokatorenfamilien Ostholstein nach der Eroberung von den Slawen als ihren rechtmäßigen Besitz ansahen. Die Siedler bekamen demnach ihre Höfe von den Lokatoren als „Lehen“ – auch wenn sie anfangs praktisch abgabenfrei waren – so wie die Lokatoren ihre Güter ursprünglich als Lehen vom Holsteinischen Grafen bekamen.

Als der dänische König und holsteinische Herzog Christian IV. den Landadligen 1542 eine eigenständige Rechtsprechung auf ihrem Land versicherte, gerieten die Bauern jedoch in eine vollkommene Abhängigkeit von ihren Landherren. Die Hofabgaben und die Dienstbarkeiten wurden stark erhöht, die Landbevölkerung an ihren Wohnsitz gefesselt. Die weitere Folge war das „Bauernlegen“, die Enteignung und Eingliederung der letzten freien Bauernhöfe in die adligen Güter. Hatte das Gut Helmstorf bei Lütjenburg 1623 noch ungefähr dreißig Höfe, waren diese 1715 komplett verschwunden, deren Land wurde in das Gut eingegliedert.

Erst mit dem Gedankengut der französischen Revolution erfolgte – neben klar wirtschaftlichen Überlegungen – bei den Grundherren ein gedankliches Umschwenken. Das Wirtschaften mit Abhängigen wurde mehr und mehr als unproduktiv erkannt. Die Einstellung der abhängigen Landbevölkerung findet ihren Ausdruck in folgendem Vers:

Verfällt mein Haus, verreckt mein Vieh,
ja, lässt mein Herr mich gar krepieren,
so wird nur er dabei verlieren.
Wer nichts besitzt, verlieret nie!

Der erste, der aus diesem Verfall Schlüsse zog, war 1798 Hans v. Rantzau auf Ascheberg. Er teilte die Fläche seines Gutes auf, und schaffte daraus ungefähr 60 Pächterstellen. Die Pacht wurde so bemessen, dass ein guter Teil des erwirtschafteten Mehrgewinns dem wirtschaftenden Pächter in die Tasche floss. Auf diese Weise stieg der Gewinn des Gutes Ascheberg durch den Produktivitätszuwachs innerhalb kurzer Zeit um das Vierfache. Dieses Beispiel machte schnell Schule. Zahlreiche neue Pächterhöfe entstanden, und es kamen auch wieder Neusiedler in das Land. Zu erkennen sind diese Höfe heute noch an den Namensinitialen der Grundherren im Giebel.

Natürlich blieb das Land weiterhin im Eigentum des Grundherren. Noch 1928 wurde am Reichsgerichtshof in letzter Instanz eine Klage der Pächter auf einen Eigentumsanspruch abgewiesen. Erst in den dreißiger Jahren (!) des 20. Jahrhunderts erhielt die Masse der Pächter das von ihnen bewirtschaftete Land als Eigentum und war somit endgültig „frei“.

Durch die Bauernbefreiung Ende des 18. Jahrhunderts und die große Anzahl Neusiedler nach dem zweiten Weltkrieg hat sich schließlich die ländliche Besiedlung zum heutigen Bild gewandelt.

[Seitenanfang] 

 

Ortsnamen

Im Folgenden bezeichnen die Jahreszahlen jeweils das Datum der ersten Nennung einer Siedlung. Ein Kreuz (+) deutet auf eine Wüstung oder ein niedergelegtes Dorf. Zum Teil wird bei der ersten Erwähnung auf eine bestimmte Person gleichen Familiennamens verwiesen. [Auszüge aus: "Orts- und Gewässernamen im Kreis Plön"]

Folgende Abkürzungen finden Verwendung:

mnd.                mittel-niederdeutsch

sl.                    slawisch

 

Bauersdorf


12641289      „Marquardus clericus dictus Bowerstorpe“
Dorf und Burg
mnd. dat boberste Dorp – oberstes Dorf 

Behrensdorf

1433                               Bernstorpe

Dorf des Bernhard/Bernd
mnd. bero – Bär – Held/Krieger
hard – hart/kühn

Bellin

1433                               Bellin
heller, glänzender Ort,
sl. für „am Wasser gelegen“

Bendfeld

1264–89                    Flor de Benfelde
Siedlung am Feld mit Pfeifengras

Blekendorf

1259                               Blegkendorpe
mnd.
blickendes, glänzendes Dorf

+ Brammerviz

1433                               Brammervitze
Dorf am Brammersee (bei Darry)
mnd. Brammer – Brombeere
sl. brama – Tor

+ Bunendorf

1197                               Bunentorp
heute Flurname Bodendiek (Bondiek), wurde bei Lütjenburgs Stadtgründung 1275 eingemeindet
Dorf des Buno
sl. buniti – lärmen, brüllen, aufrühren

+ Cyppin

1433                               Cyppin
bei Rantzau
sl. Schüttung, Damm, Wall oder Schüttkorn.
Schüttkorn war eine Abgabe, die slawische Bauern vor der Gewährung des deutschen Huferechts zu leisten hatten.

Dannau

1286                               Donowe
Siedlung des Dan

 Darry

1345                               Dargarden
sl.
sumpfige Niederung, lässt vielleicht ebenfalls auf die Lage des alten Dorfes am Brammer See schließen

 + Dasdorf

1214                Dartisdorp
heute Waldname bei Waterneverstorf (Dasdorfer See, Dasdorfer Holz)
Dorf des Darit

+ Deventze

1361                               Deventze
bei Klamp, nach 1719 niedergelegt
Leute des Devant,        sl. devat – neun

Dransau

1264-1289
sl. drang – Stange, Pfahl
lässt auf Pfahlbauten schließen

+ Eggersdorf

1649                Eggersdorf
zwischen Lütjenburg und Vogelsdorf
mnd. Ekkehardsdorf – Eckehart – kühner Schwertführer

Emkendorf

1268                Emekenthorpe
Dorf des Imeko

Engelau

1417                               Engelowe
Aue der Engel, oder Stammesbezeichnung Aue der Angeln (Stammesgebiet liegt heute nördlich Eckernförde)

Flehm

1228                               Vlemingedorf
mnd
. Dorf der Flamen (Niederländer)

Fresendorf

1434                               Vresendorpe
mnd. Dorf der Friesen, niedergelegt und erst 1950/51 durch die Aufsiedlung des Gutes Klamp neu erstanden

Gadendorf

1242                               Godendorp
Familie de Godendorp Es finden sich Gerichtsakten über die Erschlagung des Timmo de Godendorp mitsamt Gefolge durch Reinhold (von Rendsburg). Danach musste dieser für Timmo 105 Mark an Wergeld an die Familie als Entschädigung zahlen, für jeden aus seinem Gefolge weitere 60 Mark. Dies weist als frühes Zeugnis erstmals nördlich der Elbe auf den rechtlich erhabenen Stand eines Adligen hin. Die Unterschiede in den Wergeldzahlungen waren im (niedersächsischen) Herzogtum Sachsen bereits viel höher. Timmo entstammt höchstwahrscheinlich dem alten holsteinischen Overbodengeschlecht.

+ Gerwitz

1320                               Gherwitze
bei Stöfs, Dorf des Jar

Giekau

1259                               Gikowe
sl.
Rodung, Nicolaus de Giekowe baut die alte Burg vor Neuhaus

Gleschendorf

1433                               Gleskendorpe
Ort des Glatzkopfes

Gowens

1435                               Gowense
sl. Mist-Dorf, Hinweis auf großen Viehbestand

+ Hartmersdorf

1433                               Hartmersdorpe
mnd. Hartmar berühmter Kühner, Ende des 17. Jhdts. niedergelegt für den Neubau des Meierhofes Gottesgabe des Gutes Neuhaus

Haßberg

1228                               Hertesberge
mnd.
durch Lautverschiebung zu Hassberg, eigentlich müsste es Hirschberg heißen
vgl. Hertzberg im Harz, Hirschberg in Schlesien

Helmstorf

1275                               Gotsalcus de Helmerickesdhorpe
Dorf des Helmrik
mnd. Helm – Zauberhelm, Tarnkappe
-rik – mächtig, gewaltig, reich
Auf Antrag der Ritter von Helmstorf erfolgte die Lütjenburger Stadtgründung

Högsdorf

1280                               Hussekendorpe
Dorf des Husiko – Krieger, Jüngling

Hohenfelde (Dorf)

126489                    Emeco de Hogenvelde
mnd.
hochgelegenes Feld
im Gegensatz zum

Gut Hohenfelde

1433                               De Syde Hogheulet
unteres, niederes Hohenfelde

Hohwacht

1557                               Hohenwacht
der Name erklärt sich selbst
Vor Alt-Hohwacht lag die schiffbare Rinne, an der vornehmlich das Gut Neudorf sein Getreide verschiffte

Horn

1286                               Johanni de Horn
Häusergruppe bei Kühren
Horn – vorspringendes Landstück

Kaköhl

1287                               Kukole
sl.
hoch, zwischen den Bergen gelegenes Dorf

Kembs

1433                               Kempze
sl.
Erhebung im Flachwasser
das Gelände ist vor der Behrendsdorfer Eindeichung wohl regelmäßig „abgesoffen“. Die umgebenden flachen Wiesen nach Behrensdorf heißen noch heute „Dreckswiesen“.

Klamp

1564                               tom Klampe
entweder sl. Verbindungssteg oder mnd. Klotz, Holzstück

Kletkamp

1253                               Tetleus de Cletkamp
Vorratsspeicher im eingefriedeten Land
Bedeutende Wasserburg an der Straße Lütjenburg–Neustadt i.H. Seit 600 Jahren im Besitz der v. Brockdorff-Ahlefeld.

Köhn

1404                               to der Koden
sl.
am Übergang (über die Mühlenau)

Krummbek

1286                               Crumbeke
Ort an der Bachkrümmung

Kühren

1433                               Kuren
entweder sl. von Staub, Sand oder mnd. von Hahn

Laboe

1240                               Lubodne
sl.
Schwanenort

Lammershagen

1580                               Lammerßhagen
Hagen des Lambert

Lippe

1510                               in villis Wigendorpe et de Lippe
Lippe – Zipfel, vorragende Landzunge
Wigendorf ist einer Sturmflut zum Opfer gefallen

Luitcha

sl. grimmig, streng, unwegsam, steil
ursprünglich gedeutet als Alt-Lübeck (aber Lubice = lieblich)
sl. Vorgängersiedlung von Lütjenburg

1133 erwähnt der dänische Historiker Saxo Grammaticus die Schlacht bei Luitcha (Slawen gegen anlandende Dänenflotte, der Angriff wurde abgeschlagen).
Im Wald „Alte Burg“ zeugen alte Wallanlagen und ein großes Hügelgräberfeld von der alten Siedlung.

L. wurde wahrscheinlich unter Heinrich v. Badwide 1138/38 vollkommen zerstört. Nachdem dann die Stadt durch die dänische Vormachtstellung auf der Ostsee ihre Bedeutung als slawischer Seehafen verlor, entstand sie wahrscheinlich auf dem Gebiet des heutigen Lütjenburg als slawische Bauernsiedlung neu.

Lütjenburg

1436                               Luttelinburch
mnd. kleine Burg, Eindeutschung von Luitcha (sprich: Lütcha)
Bei Helmold v. Bosau und Adam v. Bremen wird Luitcha bereits vor dem Kirchenbau von 1156 als slawische Stadt und bedeutende Festung erwähnt.
Die heutige Kirche hatte zwei Vorläuferbauten aus Holz, die zerstört wurden, sie lagen wahrscheinlich auf dem Gebiet des alten Luitcha.
Zusammen mit Oldenburg war L. während der ersten Welle deutscher Besiedlung Ostholsteins das letzte slawische Rückzugsgebiet.
1275 deutsche Stadtgründung nach lübschem Recht durch Gerhard v. Schauenburg, Graf v. Holstein, auf Initiative der Helmstorfer  Ritter.

Matzwitz

1213                              Matzwiz
Dorf des Mac, sprich: Madsch

+ Neu-Matzwitz

1433          Nyematzevisse

Nessendorf

1433                              Bonessendorf
Dorf des Bones, sprich: Bonnesch

Neudorf

1433                            tom Nyedorp
neues Dorf, schließt auf eine Vorgängersiedlung. Bei Schmiedendorf? Oder das alte Luitcha?

Neuhaus

1510                               tom Nyenhuse
s. o.
hierhin wurde 1480 unter Hans v. Rantzau die alte Burg (mnd. „dat ole huuß“) verlegt. Der aus dieser Zeit erhaltene, massige Backsteinturm ist noch heute erhalten und in das Herrenhaus eingegliedert. Die alte Burg der de Giekowe lag an der Einfahrt nach Neuhaus an der Straße Seekrug–Giekau. Der Wallgraben ist heute noch gut sichtbar.

Panker

1433                               Pankuren
sl.
Ort des Pachor, sprich: Pankor

+ Plessewitz

1250                               Henricus de Plizzewiz
heute Waldname Plötzenberg bei Panker
entweder kahle Stelle, Glatze oder Bergsee, Flußlauf

Plön

vor 1139       Plune
sl.
Plune war die ehemalige Burg im Plöner See auf der Insel, die man heute  Ohlsborg nennt. Nach der Zerstörung der slawischen Burg, welche das Stammesaufgebot der Holsaten im Jahre 1139 ohne ihren Grafen einnahmen (geführt wurden sie von ihrem Overboden), ließ Adolf v. Schauenburg die Ohlsburg/Alfsburg (Alfsburg=Adolfs Burg) an Stelle der slawischen Anlage neu befestigen, bevor er auf dem Bischofsberg, heute Burgberg, an der Lage des heutigen Schlosses neu bauen ließ. Dort florierte bereits der neue Plöner Markt, gelegen am Schwentinedurchfluss. Der heutige Durchfluss der Schwentine bei Spitzenort in den Kleinen Plöner See ist viel jünger.

Am Edeberg (Medeberg) bei Fegetasche existierte ein bedeutendes slawisches Heiligtum.

Rantzau

1226                               Rantzau
sl.
Ort des Ranis
nach diesem Ort benannte sich die Familie zu Rantzau, die ursprünglich von der Saale stammte. Früher unterteilt in dudeschen Ranzowe – deutsch Rantzau (das heutige Dorf) und wendisch Ranzowe (das heutige Gut). Bedeutende Befestigung der wichtigen Straße Plön–Lütjenburg durch die Wasserburg. Vorher (oder zeitgleich) durch die Burg Neuschlag bei Schönweide, nach Oldenburg die stärkste Burganlage in Ostholstein. Neuschlag scheint nach heutigen Erkenntnissen keine deutsche Anlage zu sein. So starke Burgen kennen wir in dieser Zeit nur aus Dänemark. Wahrscheinlich wurde sie als dänische Landesfestung errichtet, bis Plön diese Rolle übernahm.

Rathlau

1280                               de Ratlouwe
Ort des Ratel
Die Familie v. Rathlau gründete später auch Futterkamp

+ Rugherod

1433                               Rugherod
bei Futterkamp
zur rauhen Rodung

Satjendorf

1433                               Sattekendorpe
Dorf des Sadk – Obstgarten

+ Schalkendorf

1417                               Schalekendorp
bei  Schmoel, heute Flurname „Schallickenkoppeln“
Dorf des Schalk – Knecht, Diener

+ Scharfstorf

1331                               Scheruestorpe
nordwestl. von Hohenfelde, heute Flurname „auf den Höfen“ im Gebiet von Hohenfelde-Siedlung
sl. von betrüben, grämen, trauern

+ Schlichtenberg

1376                           her Volrat van Plone (er war der Burgvogt des Grafen) und Johan Slichtenberch, sin broder
sehr gut erforschter Burgplatz in der Binnensee-Niederung bei Futterkamp
Die Schlichtenbergs entstammen, wie die Gadendorfer, den holsteinischen Overboden

Schmiedendorf

1222                               Marquardus de Smedinkendorpe
Dorf des/der Schmiede

Schmoel

1433                               Smole
sl.
qualmender Torf

Schönweide

1449                               Schoneweyde
schöne Weide, zur Festung Neuschlag s. Rantzau

Schwartbuck

1216                               Suarzepoc
zwischen der Krümmung, Windung

Sechendorf

1390                               Fritz de Zeggendorpe
Dorf des Siggo, sl. von siegen

Sehlendorf

1367                               Selendorpe
Dorf der Seiler

Selent

1197                               Selente
von sl. wünschen

Stöfs

1433                               Stoutze
Ort am Staudamm, Deich  – deutet wohl auf die Quellen am Gutshof

+ Stresow

1433                               Stresowe
Dorf des Strez, sprich: Streesch, sl. für Bewacher
heute Waldname „Strezerberg“

Todendorf

1300                               Todendorpe
Dorf des Todo, ehemaliges Gut, 1961 niedergelegt für den Bundeswehr-Schießplatz 

Vogelsdorf

1433                               Voghestorpe
Dorf des Fagher (sich freuen)

+ Vokendorf

1320                               Wokendorpe
Dorf des Volkes
nw. Lütjenburg zwischen dem Strezer Berg und Giekau

Waterneverstorf

1437                               Neuerstorpe
sl. Never – ungläubig
Anhang Water- zur Unterscheidung mit den anderen Neverstorfs. 

Wentorf

1433                               Hoghenwentorf
hoch gelegenes Dorf der Wenden (slawische Wagrier – siehe Wendland um Lüchow)

Wetterade

1433                               Weterot
mnd. Weizenrodung

+ Widendorf

1367                               Wyghendorp
Dorf des Wigo (Kämpfer)
bei Futterkamp

 

[Seitenanfang] 

[Hauptseite]