Segelfliegen
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Wie wird man Segelflieger?

Also, um es gleich vorweg zu nehmen: Diese Seite handelt von meinem Lieblingshobby. Wie und wo Ihr Segelflieger werden könnt, erfahrt Ihr am besten auf der Seite Links.

Hier will ich Euch die Geschichte erzählen, wie ich dazu gekommen bin. Und dazu muss ich verdammt weit ausholen.

Die Anfänge

Als ich ein sehr, sehr kleiner Junge war, wurde mein Vater nach Delmenhorst versetzt. Wie gesagt, ich war zu klein, um etwas dagegen haben zu können. Doch dieser Umzug wurde mein fliegerisches Schicksal. Mein Vater ist früher schon geflogen. Angefangen hat alles in Helmstedt. Aber hier, auf der Großen Höhe, da sollte es weitergehen.

wueste.JPG (39947 Byte)Anfangs dachte ich, Delmenhorst sei eine Wüste. Von der Stadt bekam ich die ganze Zeit nichts zu sehen. Wir waren immer auf dem Flugplatz, und da gab es viel Sand. Schönen, schwarzen Heidesand.

wueste2.JPG (52550 Byte)Hier wurde ich mit allem schnell vertraut. Überall Flugzeuge, und die mussten halt erst einmal in die Luft. Dazu wurde jede helfende Hand benötigt, was ich auch sehr schnell einsah mit drei oder vier Jahren. Als erstes wurde ich Berater für Hochleistungs-Segelflugzeuge, wie hier der K6. Um meine Beratertätigkeit für meine Kunden und angehenden Kameraden zufriedenstellend wahrnehmen zu können, war ich gezwungen, umfassende physikalische Experimente durchzuführen. Es war von brennendem Interesse, wieso ein Flugzeug ohne Motor überhaupt fliegen konnte. Nun ja, aber es waren halt nur meine Interessen, wie sich herausstellten sollte.

bierschwimmt.JPG (88847 Byte)Einer meiner ersten wirklichen Aufträge war, herauszufinden, wie Bierflaschen sicher über Wasser transportiert werden können, ohne zu sinken. Volle Bierflaschen natürlich. Hier meine Lösung: (siehe Foto). Eine für Flieger bahnbrechende Erkenntnis. Ja, zum Fliegen gehört viel naturwissenschaftliches Verständnis, und man sollte so früh wie möglich am Boden beginnen. Wie dereinst Quax sagte: Man muss sich erst am Boden auskennen, bevor man die Lüfte erobert!.

mutti1.JPG (59195 Byte)Übrigens waren an meinem Flugplatzdasein nicht nur mein Vater, sondern auch meine Mutter Schuld. Sie war sogar manchmal noch schlimmer. Die beiden haben sich dann abgewechselt, auf mich aufzupassen. Wenn Papa flog, habe ich mit Mutti Mühle gespielt und so. Wenn Mutti flog, durfte ich machen, was ich wollte. Zum Beispiel auf den Truppenübungsplatz laufen und mit den Soldaten spielen. Oder in so Kampflöcher mit Stacheldraht drinnen reinfallen. Jedenfalls war das immer sehr lustig.

uncool.JPG (65774 Byte)In diesem Sinne ging es weiter. Als ich nun aber irgendwann vierzehn Jahre alt geworden war, da ging es richtig los. Mit vierzehn ist man ein Mann. Manchmal auch eine Frau, aber eben irgendwie erwachsen. Man darf zwar keine Autos fahren oder Motorräder oder gar Mopeds. Aber man darf anfangen zu fliegen! Irgendwie habe ich die Mofas meiner Freunde seitdem mit anderen Augen betrachtet. schoncooler.JPG (131041 Byte)Das Dumme ist nur, wenn man dann endlich alleine fliegen darf, also ohne Lehrer, dann wird man verkloppt. Alle am Flugplatz hauen einem auf den Hintern. Sie nennen das dort massieren. Das dient dem Fluggefühl. Denn fliegen kann man nur mit Gefühl richtig. Eben nach Hintern, nach Sitzgefühl. Ich habe das natürlich sofort eingesehen und inzwischen an zig anderen ausprobiert. Es funktioniert. Am Schluss wird einem ein dorniger Blumenstrauß in die Hand gedrückt (für das Gefühl am Steuerknüppel seeehr wichtig), und dann hat man die A. Manche nehmen das ganz cool, manche nicht. Durch muss da jeder.

arschhoch.JPG (96087 Byte)Also weiter. Nach der A kam die B, dann die C – nun hatte man schon drei Schwingen an der Brust und war schon fast ein alter Hase. Doch grau war alle Theorie. Funksprechzeugnis, Luftfahrerschein-Prüfung. Irgendwann hatte man ihn dann: Den Schein, den PPL-C. Und nun los. Früh aufstehen und auf Strecke. Die Flüge gingen schon bald über 300 km.

wetter.JPG (77152 Byte)Wichtig war immer das Wetter. Nämlich Flugwetter. genauso.JPG (38301 Byte)Am Besten ist natürlich Hammerwetter. Das bedeutet, dass ein Hammer, den man in die Luft wirft, einfach oben bleibt. Ohne richtiges Wetter ist Fliegen blöde, sozusagen Fliegerwetter. Blöderweise ist gutes Flugwetter für andere Leute gar nicht unbedingt so klasse. Aber, was wissen die denn schon? Gut sind zum Beispiel ackernienhof.JPG (92411 Byte)Cumulanten, das sind Quellwolken. Wenn die am Himmel stehen, gucken richtige Segelflieger nicht mehr nach unten. Dann muss man los. Überlandfliegen. Das bedeutet, man stellt sich eine Flugaufgabe, schön weit. Und dann versucht man, die zu schaffen.wisstihrs.JPG (97200 Byte) Manchmal schafft man das nicht. Dann kommt man nicht mehr zurück und muss irgendwo auf dem Acker landen. Aber das ist auch einfach. Dummerweise muss man dann mit dem Anhänger abgeholt werden. Und das dauuuert immer. Also, besser ankommen. Beim Streckenfliegen habe ich mir übrigens auch meine Uni-Stadt ausgesucht. Sie sah von oben so niedlich aus. Von unten übrigens auch. Und, wie ich später feststellen konnte, sie ist unter der Erde am schönsten. Na, wo habe ich studiert?

batman.JPG (41173 Byte)Auf dem Flugplatz müssen immer mehr Leute als Piloten sein. Dummerweise kommt man ohne Mannschaft nicht in die Luft. Naja, bis auf eine Ausnahme, aber da habe ich kein Bild. Auf dem Boden helfen einem tolle Kameraden, zum Beispiel Batman. Batman holt die gelandeten Maschinen aus der Landebahn und zieht sie zurück an den Start. Früher mussten wir das allerdings noch von Hand machen, und mittlerweile hilft uns auch schon Batmans Sohn.

trabbi.JPG (79107 Byte)Obwohl man Segelflieger ist und eigentlich nur noch ganz selten zu Fuß geht, ist die Frage der benötigten Landfahrzeuge heikel. Irgendwie muss man ja aber auf den Flugplatz kommen, und deshalb kann nur das Beste gut genug sein. Es sollte problemlos in der Lage sein, einen Flugzeug-Anhänger zu ziehen, und zwar auch ins Gebirge. Hier zu sparen, wäre töricht.

warichnich.JPG (64297 Byte)Obwohl eigentlich alle ganz tolle Flieger sind, passiert manchmal etwas. Da Flieger alle unglaublich abergläubisch sind, sage ich da jetzt nichts weiter zu und klopfe dreimal auf Holz. Hier hat es ja auch fast nicht weh getan. Kleine Sachen passieren eigentlich immer mal wieder. Deswegen müssen wir dann auch den ganzen Winter über basteln und alles wieder in Schwung für die neue Saison bringen. Denn wenn wir das immer alles bezahlen müssten, hätten wir ja alle Millionäre werden müssen.

fliegenmachtdurst.JPG (126672 Byte)Mit am wichtigsten für das Wetter des folgenden Tages ist es, den Thermikgott milde zu stimmen. fliegenmachtschoen.JPG (103602 Byte)Am liebsten nimmt er hierzu Trankopfer an, wie jeder Segelflieger weiß. Dieses uralte Wissen scheint heutzutage leicht in den Hintergrund gedrängt zu werden. Deswegen wird das Wetter auch immer schlechter als es damals einfach war. Damals, als wir noch richtige Sommer und richtige Winter hatten. Damals, als wir noch richtige Männer und richtige Frauen waren. Nicht so verweichlicht wie heute, ja ja. Außerdem hatten und haben die Trankopfer einen tollen Nebeneffekt: Sie machen zusätzlich auch noch schön.

In diesem Sinne:
Hals- und Beinbruch“!

PS:
Falls das hier Flieger gelesen haben sollten, schaut mal weiter im Flugbuch.
Falls Ihr gar keine Flieger seid, nicht alles glauben ;-).